Seit langem schreibe ich mal wieder etwas in meinen Blog. Es war lange Zeit so still, weil ich zum einen irgendwie nicht die Zeit und Ruhe gefunden habe, etwas zu schreiben, zum anderen aber auch einfach die Kreativität irgendwie gefehlt hat. Das Leben „ging zo zijn gangetje“ wie man auf Niederländisch sagen würde: Das Leben ging halt seinen Gang. Im Niederländischen ist bei „der Gang“ die Verkleinerungsform „-je“ angehängt. Bei Niederländern geht das Leben scheinbar also mehr sein Gängchen (also alles viel langsamer), was bei den Geschwindigkeitsbegrenzungen auf der Autobahn durchaus logisch und sprachlich daher absolut nachvollziehbar ist.
Letzte Woche bin ich von einer Studienreise aus Polen zurückgekommen. Besucht haben wir Krakau und Auschwitz. Neben interessanten Zeitzeugen in Auschwitz (ja, ehemalige KZ-Häftlinge sprachen mit uns) konnten wir eine absolut geniale Stadtführung durch die Krakauer Altstadt und das Universitätsviertel erleben. Für die Details verweise ich einfach mal auf die Internetseite, die ein Dozent erstellt hat: http://www.unbequemevergangenheit.tk .
Jedenfalls hat mich die Reise nach Polen ein wenig inspiriert. Die freundlichen Leute, die unaussprechbare Sprache, die fremde Währung. Es war einfach mal ein kompletter Tapetenwechsel, der mir merklich gut tat. Meinem Geldbeutel weniger – aber manchmal bringt die Groszyzählerei ja auch nichts.
Auf dem Rückflug schaute ich mir mal die Flugrouten der Billigairline „Wizz Air“ an und sofort sprang mir eine Route ins Auge: Kattowitz (Krakau) – Kiew – Simferopol (Krim). Die drei Ks quasi. Im Vergleich kann man für relativ wenig Geld relativ viel sehen. „Das mach ich!“, war mein erster Gedanke. Ein Blick auf meinen Kontostand verrät mir, dass ich besser ein „(Das mach ich)….demnächst mal!“ anhängen sollte. Ehrlich gesagt würde ich am liebsten meine frisch gewaschene Wäsche packen, Flüge buchen und losziehen. Das ginge natürlich, würde aber weder meinem Studium, noch meinen Ersparnissen (die jährlich für Studiengebühren draufgehen) groß nutzen. Ich werde also sparen. Doch was macht man mit dieser langen Sparzeit? „Ukraine! Da war doch was….“ – exakt, Henning, da war was. Die haben keine lateinischen Buchstaben. Die haben kyrillische Zeichen.
Und auf einmal ging alles recht schnell: ein paar Minuten googlen, den Drucker anwerfen und eine Tabelle mit den kyrillischen Zeichen (+lateinischen Transkriptionen) sowie dem ukrainischen Tastaturlayout ausdrucken. Schritt eins wäre damit gemacht. Jetzt muss ich nur noch die Zeichen lernen. Danach ein paar sprachliche Basics. Bei gerade einmal sieben Fällen müsste das ja ein Leichtes sein, alles eine Frage der Zeit, haha.
Der Spruch „Alles eine Frage der Zeit“ ließe sich auch ganz gut auf mein Sparvorhaben beziehen. Im Moment umfasst mein erspartes „Ost-Europa-Reisegeld“ exakt 74 Zloty und 64 Groszy. Das entspricht etwa 17,28€ und das entspricht etwa der Hälfte vom Flug von Kattowitz nach Kiew, wenn man von aktuellen Preisen ausgeht:
„Das mach ich!….sehr demnächst mal.“
